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Einlösen von Bildungsgutscheinen

In Sachsen-Anhalt beteiligen sich die berufsbildenden Schulen an Aufgaben der beruflichen Fort- und Weiterbildung. Das Landesschulgesetz besagt, dass wer zur Förderung seiner beruflichen Aus- und Weiterbildung an Maßnahmen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch, die von Trägern durchgeführt werden, die dafür anerkannt und zugelassen sind, oder an vergleichbaren Maßnahmen anderer Träger teilnimmt, auch nach Beendigung der Schulpflicht in den Bildungsgang einer berufsbildenden Schule aufgenommen werden kann, wenn die Sach- und Personalkosten erstattet werden. Dies bedeutet, dass die Schule Bildungsgutscheine einlösen kann. Dazu ist nach den SGB III - Regeln zur Arbeitsförderung eine Zertifizierung durch eine fachkundige Stelle notwendig.

 
Eine Übersicht der zertifizierten berufsbildenden Schulen und deren Bildungsgängen finden Sie hier.

 

Mehr Informationen zum Anspruch, den Voraussetzungen und dem Erwerb von Bildungsgutscheinen finden Sie auf den Seiten des Instituts für berufliche Bildung.

 

Das Bildungsgutscheinverfahren in Sachsen-Anhalt

 

Das damalige Kultusministerium Sachsen-Anhalt hat in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) 2013 beschlossen, staatliche berufsbildende Schulen (BbS) in Sachsen-Anhalt für Umschulungen unter Einbeziehung von Bildungsgutscheinen der Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter zu öffnen. Dazu ist eine Zertifizierung durch eine Fachkundige Stelle notwendig.

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) schreibt vor, welche Kriterien erfüllt sein müssen, dass Bildungsgutscheine eingesetzt werden können. Für die Zertifizierung sieht die AZAV verschiedene Modelle vor.

 

Das damalige Kultusministerium Sachsen-Anhalt hat sich angesichts der vorhandenen Strukturen für das Modell der Träger-Maßnahmen-Zertifizierung entschieden. Das bedeutet, dass das Landesschulamt 2014 als Träger zertifiziert wurde und drei berufsbildende Schulen stellvertretend für die 14 Maßnahmenstandorte, an denen die damit zertifizierten Bildungsgänge Altenpflege, Altenpflegehilfe, Sozialpädagogik und Physiotherapie unterrichtet wurden. Öffentliche berufsbildende Schulen sind nicht als rechtlich eigenständig zu verstehen und unterliegen der staatlichen Schulaufsicht durch das Landesschulamt. Dieses fungiert somit als Träger im Prozess und beaufsichtigt die Maßnahmenstandorte bezüglich der Erfüllung der Anforderungen der AZAV. Mit der Einführung der Generalistischen Pflegeausbildung ab 2020 werden keine Bildungsgänge in der Altenpflege mehr neu aufgenommen. Jedoch werden an fünf Standorten Pflegeschulen zertifiziert und somit für das Einlösen von Bildungsgutscheinen zugänglich gemacht.

 

In einem Re-Zertifizierungsaudit 2019 mussten sowohl das Landesschulamt als auch die Maßnahmenstandorte gegenüber der Fachkundigen Stelle den Nachweis erbringen, dass sie die zur Zertifizierung notwendigen Kriterien weiterhin erfüllen. In jährlichen Überwachungsaudits durch die Fachkundige Stelle werden das Landesschulamt und nach einem Referenzauswahlverfahren jeweils drei Standorte durch Prüfung von Dokumenten und Vor-Ort-Begehung erneut bezüglich der Einhaltung der Anforderungen begutachtet. Diese Audits werden in Absprache mit dem Referat 25 Berufliche Bildung am Landesschulamt durch die Landesbeauftragte für die AZAV-Zertifizierung beruflicher Schulen in den BbS vorbereitet. Alle 14 Maßnahmenstandorte führen jährliche interne Audits durch, deren Ergebnisse sich in der Dokumentation für die Audits wiederfinden. Die Vorbereitungen auf die jährlichen Audits umfassen ebenfalls Nachweise über Begehungen durch den Schulträger und Medical Airport Service, um die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften zu dokumentieren. Eine wesentliche Grundlage für den Erhalt und die Bestätigung des Zertifikats ist ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem. Dieses ist an den BbS in Sachsen-Anhalt vorhanden und die weitere Arbeit daran durch die Ergänzenden Bestimmungen zur BbS-VO (EBBbS-VO) festgeschrieben. Die Begleitung und Beratung dazu obliegt dem schulfachlichen Referat 25 im Landesschulamt. Über Zielvereinbarungen zwischen den BbS und dem LSchA erfolgt die Steuerung und Sicherstellung der Einhaltung der Qualitätsstandards.

 

Ansprechpartner für die Einlösung von Bildungsgutscheinen finden Sie im Landesschulamt und die Adressen der zertifizierten BbS im Kursnet der BA.

 

Interessante Fakten zur Zertifizierung

  1. Mehrere Bundesländer haben bereits das System der zertifizierten öffentlichen berufsbildenden Schulen. Es gibt unterschiedliche Modelle und häufig liegt der Schwerpunkt auf dem Bildungsgang Sozialpädagogik.
  2. In Sachsen-Anhalt besteht die Möglichkeit mit einem durch die BA genehmigten Bildungsgutschein die Bildungsgänge Altenpflegehilfe, Sozialpädagogik und Physiotherapie und zukünftig die Pflegeschulen der generalistischen Pflegeausbildung zu besuchen.
  3. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es in Sachsen-Anhalt die Maßgabe, dass nur bereits bestehende Klassen aufgefüllt werden dürfen.
  4. Die Verantwortlichen der Bundesländer stehen miteinander im Erfahrungsaustausch zum Aufbau und Betrieb dieses Verfahrens zur Zertifizierung.
  5. Durch den erteilten Bildungsgutschein für die in Sachsen-Anhalt zertifizierten Bildungsgänge wird für den Teilnehmer der Maßnahme, den Bildungsgutscheinempfänger, der Schulbesuch kostenfrei. Entstehende Kosten für spezielle Lehrveranstaltungen wie Praktika, die nicht automatisch zum Schulbesuch gehören, werden von der BA übernommen. Hierzu werden Absprachen bei der Erteilung des Bildungsgutscheines getroffen.
  6. Die Aufgaben des Landesschulamtes als Trägerstelle bestehen in der Bereitstellung von Rahmenbedingungen, Verfahrensbeschreibungen für den Umgang mit Gesetzen, Verordnungen und Erlassen, der administrativen Betreuung, der haushälterischen Verwaltung der Gelder aus dem Bildungsgutscheinverfahren und deren Ausschüttung an den beteiligten Schulen.
  7. Die Beratung der berufsbildenden Schulen erfolgt durch die Landesbeauftragte für die AZAV am Landesschulamt.
  8. Bei der externen Auditierung durch die Fachkundige Stelle werden alle Kriterien des Datenschutzes beachtet. Im Vertrag zwischen dem Landesschulamt und der Fachkundigen Stelle ist klargestellt, dass die Fachkundige Stelle der Schweigepflicht unterliegt. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist auch ein Kriterium, das durch die DAkkS im Rahmen der Akkreditierung von Fachkundigen Stellen geprüft wird. Die DAkkS behält sich die Teilnahme an Audits vor.

 

 

 

 

Wichtiger Hinweis:

Derzeit sind Besuche nur im Ausnahmefall und nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Hinweise zu besonderen Regelungen erhalten Sie in Vorbereitung Ihres Besuches. Wir bitten um Berücksichtigung.

 

Das Landesschulamt ist seit dem 29.08.2014 zugelassener Träger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung AZAV.

Weitere Informationen finden Sie im Stichwortverzeichnis unter Bildungsgutscheine